Flugmanöver PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gert Steidle   

 

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[Flugmanöverbild]


Flugmanöver



Hier finden Sie verschiedene Flugmanöver die Anfang des 20. Jahrhunderts(überwiegend während des I. Weltkrieges) entwickelt und angewandt wurden. Sie werden auch noch teilweise heute geflogen.

William Bishop (can/engl. Ass):

"Er muß in der Lage sein, Loopings zu fliegen, seine Maschine auf dem Rücken zu drehen und zahlreiche andere Flugkunststücke beherrschen - und das nicht, weil sie im Kampf notwendig sind, sondern einfach nur aus dem Grund, dass er sie mehrmals gemeistert hat, damit ein viel größeres Vertrauen in seine Fähigkeiten setzt und sich beim Kampf nicht mehr darum sorgen muß, wie seine Maschine wohl reagieren wird. So kann er seine ganze Aufmerksamkeit dem Angriff seiner Gegner widmen, und das Fliegen ergibt sich von selbst."

Manöver/Beschreibung Grafik
Halbe Rolle:
Yeates beschrieb dieses Manöver einst als "einziges Flugkunststück, was im Kampf nützlich ist", und im 2. Weltkrieg erhielt es den Namen "Split S", was soviel wie "Abschwung" bedeutet. Das Manöver eignet sich am besten, wenn Sie einen Gegner, der sich an Ihr Heck gehängt hat, abschütteln wollen. Dazu führen Sie mit Ihrer Maschine eine halbe Drehung aus und ziehen dann den Steuerknüppel zurück.
Halbe Rolle Grafik
Looping:
Dieses Manöver wurde anfangs nur selten  geflogen da es hohe Anforderungen an die Maschine stellt. Dabei wird der Steuerknüppel einfach über längere Zeit zurückgezogen, woraufhin das Flugzeug aufsteigt, an der Schlaufenspitze mit dem Rücken nach unten fliegt und in die entgegengesetzte Richtung zeigt.
Looping Animation
Der "Immelmann"
Dieses Manöver dient der Umkehrung Ihrer Flugrichtung und umfaßt zwei Versionen. Bei der ersten ziehen Sie den Steuerknüppel wie beim Looping zurück und halten ihn in dieser Position. Hat sich Ihr Flugzeug an der Schlaufenspitze einmal gedreht und zeigt in die andere Richtung, rollen Sie es in die korrekte Fluglage. Dabei handelt es sich im Effekt um eine umgekehrte halbe Rolle. Obwohl Ihre Maschine dabei an Höhe gewinnt und Ihre Flugrichtung ändert, sollten Sie dieses Manöver sehr vorsichtig einsetzen, da Ihr Vogel an der Schlaufenspitze sehr langsam und damit gefährdet ist. Von der zweiten Version gibt es zahlreiche Varianten. In ihrer reinsten akrobatischen Form wird sie zum "Hammerkopf". Für den Luftkampf eignet sich diese Manöver jedoch nicht, da die Maschine an der Steigflugspitze extrem langsam ist. Ziehen Sie den Steuerknüppel an diesem Punkt zurück, und setzten Sie in gleicher Richtung unverzüglich Seiten- und Höhenruder ein. Es ist auch möglich, den unteren Flügel absichtlich absacken zu lassen, um die Rollgeschwindigkeit zu erhöhen. In Flugzeugen mit Umlaufmotor giert die Maschine beim Zurückziehen des Steuerknüppels nach rechts und kann somit schnellere Rechtskurven fliegen.

Anmerkung des Autors: Obwohl dieses Flugkunststück den Namen von Immelmann trägt ist es sehr unwahrscheinlich, daß dieser dieses mit dem Fokker Eindecker überhaupt zustande gebracht hatte. Es gibt hierfür mehrere Gründe, einer der wichtigsten ist aber die Untermotorisierung des Eindeckers die es sehr unwahrscheinlich macht eine ausreichende Geschwindigkeit für dieses Manöver zu erreichen. 

Immelmannel Animation
Die Immelmann Wende
Auf französischer Seite von den Piloten (Pilotes de chasse - Jagdfliegern) oft auch als Renversement genannt kommt dieses Manöver eher dem von Max Immelmann geflogenen entgegegen. Hierbei zog Immelmann seine Maschine nach dem Angriff auf das feindliche Flugzeug wieder hoch und benutzte das Seitenruder um das Flugzeug wieder zu drehen, bevor dieses durchsacken konnte. Dieses Manöver ist sehr schwer zu fliegen, da man immer der Gefahr ausgesetzt ist, daß die Maschine zu wenig Geschwindigkeit hat und somit am oberen Ende durchsackt. Deshalb sollte man vorher durch einen Sturzflug die nötige Geschwindigkeit aufbauen.

Immelmann Wende Animation

Formatting oder Retournment
Dieses Manöver ähnelt dem Anfang der Immelmann - Wende allerdings wird am höchsten Punkt in die gleiche Richtung  wie zuvor gesteuert. Hierzu müssen Sie Ihr Flugzeug mit vollem Querruderausschlag weiter um die Längsachse rollen. Anstatt jetzt die Richtung zu ändern, fliegen Sie weiter in dieselbe Richtung wie vor dem Steigflug. Nach dem erfolgreichen Manöver können Sie sich erneut an das Heck des feindlichen Flugzeuges heften.

Formatting

Sturz- und Steigflug:
Bei diesem Manöver stürzen Sie sich von oben auf Ihren Gegner und eröffnen aus 150 m Entfernung das Feuer. Haben Sie sich ihm auf 50 m genähert, stellen Sie das Feuer ein und ziehen Ihren Vogel wieder hoch. Während Sie über Ihrem Gegner hinwegfliegen, könnte er seine Maschine ebenfalls steil hochziehen und diesmal Sie unter Beschuß nehmen. Um dem aus dem Weg zu gehen, rollen Sie Ihre Maschine ein wenig, während Sie aus dem Sturzflug aufsteigen. Nach Abschluß des Manövers sollten Sie dem feindlichen Flugzeug gegenüber wieder einen Höhenvorteil haben.
Sturz- u. Steigflug Animation
Fokker-Hüpfer:
Ein Manöver, das die frühen Fokker-Piloten Immelmann und Boelcke gern verwendeten. Aus der Sonne herausschießend und dem Opfer in den Rücken fallend, unternahm der Fokker im Sinkflug einen Angriff und attackierte dann dank der im Sinken gewonnenen Geschwindigkeit erneut, diesmal von unten.
Fokker-Hüpfer Grafik
Zoom oder schneller Steigflug
Dieses Manöver ist ein sehr steiler Steigflug mit hoher Geschwindigkeit, der meistens nach einem zuvorgehenden Sturzflug geflogen wird. Meistens wurde hierbei die Geschwindigkeit auf Kosten der Höhe erreicht um bei einem Angriff wieder schnell aus der Reichweite des Ziel zu kommen. Hierbei muß beim Steigflug die Geschwindigkeit im Auge behalten werden, sinkt diese unter 80 km/h, sollte sofort wieder in den Geradeausflug gegangen werden. Erfolgt dies zu spät kann es zu einem Strömungsabriß an den Tragflächen kommen und Ihr Flugzeug sackt durch. Die Folge kann dann ein schwer abfangbares Trudeln der Maschine sein.

Fokker-Hüpfer Grafik

Die BARREL-Rolle:
Sie wurde eingesetzt um einen Verfolger der sich an das Heck geheftet hatte zu verwirren. Sie müssen hierbei eine 360 Rolle in gerader Flugrichtung durchführen. Aber beachten Sie hierbei, daß sie eventuell auch an Flughöhe verlieren können.
BARREL-Rolle Grafik
Trudeln
Wollte ein Pilot einfach nur entkommen, ließ er sich manchmal absichtlich trudeln. Das machte das Flugzeug zu einem schwierigen Ziel, und der Angreifer ließ sich möglicherweise glauben machen, er habe einen tödlichen Treffer gelandet. Bei diesem Manöver wurde allerdings enorm Höhe eingebüßt. Zusätzlicher Nachteil war, daß die Maschine im Fall, daß der Angreifer ihr nach unten folgte, ein leichtes Ziel abgab, sobald sie wieder geradegezogen wurde. Die meisten Asse rieten daher davon ab, doch waren viele(darunter auch Lothar von Richthofen) hin und wieder auf diesen Trick angewiesen, um sich aus einer gefährlichen Situation zu retten.
Trudeln Animation
Seitliches Abrutschen (Side - Slip)
Mit diesem Manöver können Sie die Höhe Ihres Flugzeuges verringern ohne zusätzliche Geschwindigkeit zu bekommen. Hierzu wird ein Flügel nach unten geneigt und gleichzeitig mit dem Seitenruder gegengesteuert um den Kurs beizuhalten. Eventuell muß außerdem der Steuerknüppel ein wenig nach vorne gedrückt werden um die Richtung zu halten.

Side Slip

Seitendrehung (Slip - Turn)
Bei diesem Manöver wird eine flache Kurve nur mit dem Seitenruder geflogen. Anders als bei den üblichen geneigten Kurven, wobei man das Querruder einsetzt, wird dieses nur durch das Seitenruder bewerkstelligt. Bei den meisten Flugzeugen kann allerdings dieses Manöver nicht gut durchgeführt werden. Die Fokker Dreidecker hingegen hat keine vertikale Stabilisierung und kann daher dieses Manöver sehr schnell und in der Hälfte der für andere Flugzeuge üblichen Zeit durchführen. Allerdings verlor sie hierbei auch an Geschwindigkeit und sackte durch.

Slip Turn

 

 


 
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